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Die vitalen Interessen der Armenier erfordern die Ablehnung der Protokolle zwischen der Republik Armenien und der Republik Türkei
Am 31. August diesen Jahres haben die Regierungen der Republik Armenien und der Republik Türkei unter der Ägide der Schweiz in internen politischen Konsultationen a) ein »Protokoll über die Einrichtung diplomatischer Beziehungen« und b) ein »Protokoll über die Entwicklung bilateraler Beziehungen« vereinbart, um sie alsbald zu paraphieren und zu ratifizieren.
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Die Inhalte dieser Protokolle betreffen nicht allein die Republik Armenien, sondern die Zukunft des gesamten armenischen Volkes, das heißt auch jene der armenischen Diaspora. Da bei dem Zustandekommen der Protokolle die Diaspora weder als solche noch durch Repräsentanten der Republik Armenien oder durch solche der Staaten, in denen ihre Mitglieder Bürgerrechte genießen, vertreten war, ist es unsere Pflicht, darauf mit dieser Petition zu reagieren, deren Unterzeichnung allen offen steht, die sich der Wahrung der Menschenwürde verpflichtet fühlen.
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Wir weisen entschieden alle Versuche zurück, diese Petition als eine gegen die Republik Armenien gerichtete Reaktion auszulegen und erklären unmissverständlich, dass es in dieser Petition vielmehr um die Wahrung vitaler Interessen und grundlegender Rechte des armenischen Volkes geht.
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Vor diesem Hintergrund wollen die Unterzeichner der vorliegenden Petition
- daran erinnern, dass unser Verständnis des armenischen Lebens nicht auf die Republik Armenien und ihr Territorium beschränkt ist;
- die Regierung der Republik Armenien daran erinnern, dass sie nicht befugt ist, über sämtliche Fragen zu entscheiden, die das gesamte armenische Volkes betreffen. Dies gilt insbesondere für Fragen hinsichtlich des Genozids von 1915, dessen Erbe die Diaspora ist;
- darauf aufmerksam machen, dass die singuläre Erfahrung des Genozids nicht den Verhandlungen und der Beurteilung von Regierungskommissionen und -unterkommissionen überantwortet werden darf, weil dies bedeuten würde, die Wahrheit zur Verhandlungsmasse politischer Kräftespiele bzw. zum Spielball der Kräfteverhältnisse zu machen;
- dazu auffordern, den nach der Erfahrung des Genozids an den europäischen Juden gefundenen Konsens zu wahren, der besagt, dass jede Form der Leugnung zu ächten ist und dass Anerkennung eine notwendige Voraussetzung für eine erfolgreiche Forschung über Genozid ist;
- darauf aufmerksam machen, dass mit der Unterzeichnung dieser Protokolle die armenische Diaspora marginalisiert und damit der Strategie des türkischen Staates Vorschub geleistet wird, die Armenier zu spalten und die Diaspora, die eigentliche Trägerin der Erinnerung an den Genozid, zu kriminalisieren;
- darauf aufmerksam machen, dass die Unterzeichnung der Protokolle also von jenen betrieben worden ist, die das Ziel verfolgen, den armenischen Staat auf der Ausgrenzung eines Teils des armenischen Volkes zu basieren.
- Wir lehnen diese Protokolle ab als einen weiteren Versuch des türkischen Staates, der Republik Armenien in ihrer wirtschaftlichen Verwundbarkeit jene abwegige und leugnerische Sicht der Geschichte aufzuzwingen, auf der der türkische Staat gründet und auf deren Gültigkeit er weiterhin beharrt.
- Wir rufen die Diaspora dazu auf, im gestärkten Bewusstsein ihrer Identität als Trägerin der Erinnerung an den Genozid an den Armeniern in einen kritischen Dialog mit der Republik Armenien einzutreten.
- Wir appellieren an all diejenigen, die sich der Wahrung der Menschenwürde verpflichtet fühlen, ihre Ablehnung dieser Vereinbarungen, welche die Integrität des armenischen Volkes in Frage zu stellen und zu gefährden drohen, zum Ausdruck zu bringen.
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